Wohnung putzen beim Umzug: Reihenfolge und Checkliste

Erst leer räumen, dann von oben nach unten, Boden zuletzt: der Ablauf für die Endreinigung, mit Zeitbedarf je Raum und den Stellen, die bei der Übergabe geprüft werden.

Reinigung & Pflege Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Was “besenrein” praktisch bedeutet
  2. Warum die Reihenfolge über den Aufwand entscheidet
  3. Der Zeitbedarf realistisch geplant
  4. Küche: der größte Posten
  5. Bad: Kalk und Fugen bestimmen die Zeit
  6. Fenster, Rollladen und Heizkörper
  7. Die Liste, die am häufigsten vergessen wird
  8. Werkzeug und Mittel, die tatsächlich gebraucht werden
  9. Wann eine Firma sinnvoll ist
  10. Fazit
  11. Häufige Fragen

Am Tag der Übergabe steht die Wohnung leer, und was vorher unter Schränken und hinter der Waschmaschine unsichtbar war, liegt offen. Die Endreinigung ist deshalb weniger ein gründliches Putzen als eine andere Aufgabe: Es geht um Flächen, die jahrelang niemand angefasst hat. Dieser Artikel gibt den Ablauf, den Zeitbedarf und die Stellen, an denen es bei der Übergabe erfahrungsgemäß hakt.

Was “besenrein” praktisch bedeutet

Der Begriff steht in vielen Mietverträgen und beschreibt einen Zustand, keine Liste von Tätigkeiten. Gemeint ist üblicherweise: Die Wohnung ist vollständig geräumt, loser Schmutz und Staub sind entfernt, die Böden sind gekehrt oder gesaugt. Grobe Verschmutzungen wie Farbreste, Aufkleber oder Bauschutt gehören nach diesem Verständnis ebenfalls entfernt.

Was nicht darunter fällt, ist die Feinarbeit: Kalkränder, Fettfilme, Fensterputzen. In der Praxis erwarten die meisten Vermieter trotzdem mehr als das Minimum, und bei der Übergabe entscheidet oft weniger der Buchstabe als der Gesamteindruck.

Weil der Begriff nicht gesetzlich definiert ist und die Rechtsprechung zu Schönheitsreparaturen im Detail unübersichtlich geworden ist, gilt hier eine praktische Regel: Was du schuldest, steht in deinem Mietvertrag. Bist du unsicher, ob eine Klausel wirksam ist, klärt das ein Mieterverein oder eine Rechtsberatung, bevor du Zeit und Geld investierst. Dieser Artikel behandelt die Reinigung selbst.

Warum die Reihenfolge über den Aufwand entscheidet

Schnitt durch einen leeren Raum mit sieben nummerierten Zonen in der Reihenfolge der Bearbeitung: eins Deckenbereich mit Lampenauslass und Rauchmelder, zwei Oberseiten von Einbauschränken und Türrahmen, drei Fenster mit Rahmen und Falz, vier Rollladenkasten, fünf Wandflächen mit Lichtschaltern und Steckdosen, sechs Heizkörper zwischen den Rippen, sieben Sockelleisten und zuletzt der Boden. Gestrichelte Pfeile zeigen, wie der gelöste Staub aus jeder Zone nach unten auf den Boden fällt. Daneben eine Spalte mit dem Zeitbedarf je Zone und dem Hinweis, dass der Boden deshalb als letzter Arbeitsschritt an der Reihe ist.

Jeder Arbeitsschritt schickt Staub nach unten. Wer den Boden zuerst macht, wischt ihn zwangsläufig ein zweites Mal.

Der Ablauf folgt einer physikalischen Regel: Beim Reinigen löst du Staub, und Staub fällt nach unten. Wer die Fensterbank abwischt, nachdem der Boden trocken ist, hat den Boden umsonst gemacht. Daraus ergeben sich drei Ebenen, in denen du arbeitest.

Ebene eins: vollständig leer räumen. Nichts geht ohne diesen Schritt. Jeder verbliebene Karton bedeutet, dass die Fläche darunter später noch einmal drankommt. Dazu gehören Keller, Dachboden, Balkon und die Innenseiten von Einbauschränken.

Ebene zwei: von oben nach unten je Raum. Decke und Lampenauslässe, dann Schrankoberseiten und Türrahmen, dann Fenster, Wände und Schalter, dann Heizkörper, zuletzt Sockelleisten.

Ebene drei: Boden über alle Räume am Schluss. Erst wenn in der gesamten Wohnung nichts mehr von oben kommt, wird gesaugt und gewischt. Welches Mittel dein Belag verträgt, ordnet der Ratgeber Boden wischen: welches Putzmittel für welchen Belag ein.

Dazu kommt eine zweite Regel für die Raumfolge: Küche und Bad zuerst. Beide brauchen Einwirkzeiten, für Backofenreiniger, Entkalker und Fugenmittel. Wenn du dort startest, arbeitet das Mittel, während du andere Räume machst.

Der Zeitbedarf realistisch geplant

Diese Werte gelten für eine leere Wohnung und gründliche Arbeit ohne Vorbelastung durch extreme Verschmutzung.

BereichZeitbedarfAnteil
Küche komplett2 bis 4 Stundengrößter Einzelposten
Bad komplett1,5 bis 3 Stundenzweitgrößter Posten
Fenster (je Fenster mit Rahmen und Falz)20 bis 40 Minutenschnell unterschätzt
Wohnräume je Raum45 bis 90 Minutenohne Fenster gerechnet
Flur, Abstellraum, Keller45 bis 90 Minuteninklusive Räumen
Böden gesamt am Schluss1 bis 2 Stundenletzter Arbeitsgang

Für rund 60 Quadratmeter ergibt das sechs bis zehn Stunden. Wer das an einem Tag durchziehen will, macht am Ende Fehler, weil Küche und Bad die kraftraubendsten Teile sind. Die praktikable Aufteilung: An Tag eins Küche, Bad und alle Fenster, an Tag zwei Wohnräume, Flur und zuletzt die Böden.

Küche: der größte Posten

Hier sammelt sich über Jahre Fett, und Fett braucht Zeit statt Kraft.

Backofen. Reiniger auftragen und einwirken lassen, meist 30 Minuten bis über Nacht. Backblech, Rost und Auszüge herausnehmen und getrennt einweichen. Die Tür geht bei den meisten Modellen zum Reinigen der Innenscheiben auseinander, dort sitzt oft der sichtbarste Schmutz. Eine schonende Alternative beschreibt der Ratgeber Ofen mit Dampfreiniger reinigen.

Dunstabzugshaube. Der Metallfettfilter geht in die Spülmaschine oder in heißes Wasser mit Spülmittel und Natron. Ein Aktivkohlefilter lässt sich nicht reinigen, er wird ersetzt. Die Haube selbst außen und an der Unterseite entfetten.

Kühl- und Gefrierschrank. Abtauen, ausräumen, alle Ablagen und Schubladen einzeln waschen. Die Türdichtung ist die klassische Beanstandung: In den Falten sitzt schwarzer Belag, der mit einer alten Zahnbürste und Essigreiniger herauskommt. Danach Tür geöffnet lassen, damit nichts schimmelt.

Arbeitsplatte, Fronten und Fugen. Die Oberkanten der Hängeschränke werden fast immer vergessen und sind bei der Übergabe auf Augenhöhe des Vermieters. Silikonfugen an der Spüle und hinter dem Herd prüfen, dunkle Stellen sind meist Schimmel im Silikon.

Hinter und unter den Geräten. Sobald Herd, Kühlschrank und Waschmaschine draußen sind, kommt der Bereich dahinter zum Vorschein. Das ist der schmutzigste Quadratmeter der Wohnung und einer der ersten, in den geschaut wird.

Bad: Kalk und Fugen bestimmen die Zeit

Dusche und Wanne. Kalk löst sich mit saurem Reiniger und Einwirkzeit, nicht mit Druck. Auf Armaturen bitte darauf achten, dass verchromte Oberflächen keine Scheuermittel vertragen. Bei Duschkabinen aus Glas hilft ein Klarspüler-Trick, allerdings nur an der senkrechten Scheibe und nie am Boden, wie der Ratgeber Boden wischen mit Klarspüler erklärt.

Silikonfugen. Dunkle Punkte im Silikon sind Schimmel, der in das Material eingewachsen ist. Oberflächliche Verfärbungen gehen mit Fugenreiniger weg, tiefer sitzender Befall bleibt. Dann ist der Austausch der Fuge die einzige Lösung. Welche Hausmittel bei Fugen tatsächlich wirken, zeigt der Ratgeber Fugen reinigen im Bad.

WC. Unter dem Rand, hinter dem Spülkasten und an der Bodenverbindung sind die Stellen, die zählen. Kalkränder in der Schüssel brauchen Einwirkzeit über Nacht.

Lüftung und Abfluss. Das Abluftgitter abnehmen und den Staub entfernen. Abflüsse in Waschbecken und Dusche öffnen, Haare und Seifenreste herausholen. Ein verstopfter Abfluss bei der Übergabe fällt sofort auf.

Fenster, Rollladen und Heizkörper

Diese drei liegen zwischen den Räumen und werden deshalb gern übersprungen.

Fenster. Glas ist der einfache Teil. Der Falz, also die umlaufende Rinne im Rahmen, sammelt jahrelang Staub, Insekten und Blütenpollen. Er wird abgesaugt und dann feucht ausgewischt. Auch die Dichtungen und die Entwässerungsöffnungen am unteren Rahmen gehören dazu. Rechne mit 20 bis 40 Minuten je Fenster, wenn Rahmen und Falz mitgemacht werden.

Rollladenkästen. Wenn der Kasten von innen zugänglich ist, findet sich darin fast immer eine dicke Staubschicht, oft mit Spinnweben. Absaugen genügt, dazu ein feuchter Wisch über den erreichbaren Teil des Gurts.

Heizkörper. Zwischen den Rippen sitzt verdichteter Staub, den ein normaler Saugversuch nicht erreicht. Die Reihenfolge und das passende Werkzeug beschreibt der Ratgeber Heizkörper innen reinigen. Die Nische hinter dem Heizkörper gehört mit dazu.

Die Liste, die am häufigsten vergessen wird

Diese Punkte tauchen in keiner Putzroutine auf, weil sie im bewohnten Zustand nicht zugänglich sind oder schlicht nie anfallen.

  • Innenseiten der Einbauschränke samt Böden und Schubladenschienen
  • Oberkanten von Türblättern, Türrahmen und Hängeschränken
  • Lichtschalter, Steckdosenrahmen und Türklinken, alle mit sichtbarem Handschmutz
  • Innenseite der Wohnungstür und der Bereich um den Türspion
  • Briefkasten, Klingelschild und Namensschild am Haus
  • Keller- oder Dachbodenanteil vollständig geräumt und gekehrt
  • Balkon oder Terrasse samt Abfluss, Geländer und Unterseite der Brüstung
  • Waschmaschinenanschluss und der Bereich hinter der Maschine
  • Sockelleisten, besonders die Oberkante
  • Rauchmelder entstaubt und funktionsfähig

Ein praktischer Hinweis zum Schluss der Runde: Fotografiere die geräumte, gereinigte Wohnung vor der Übergabe. Das kostet fünf Minuten und dokumentiert den Zustand für den Fall, dass später etwas beanstandet wird.

Werkzeug und Mittel, die tatsächlich gebraucht werden

Die Ausstattung ist überschaubar, sie muss nur vollständig sein, bevor du anfängst.

ZweckWerkzeug oder Mittel
Grobreinigung, Fensterfalze, HeizkörperStaubsauger mit Fugendüse und Bürstenaufsatz
Flächen und BödenEimer, Wischmopp, mehrere saubere Baumwolltücher
Fett in der KücheBackofenreiniger, Spülmittel, Natron
Kalk im Badsaurer Reiniger oder verdünnter Essigreiniger
Fugen und enge Stellenalte Zahnbürste, Fugenbürste, Melaminschwamm
FensterAbzieher, Fensterleder, Glasreiniger
Höhestabile Trittleiter, Teleskopstiel
Kleben und KleberresteSpachtel aus Kunststoff, Reinigungsbenzin

Ein voller Staubsaugerbeutel oder ein zugesetzter Filter kostet auf so einer Fläche spürbar Leistung. Ein frischer Beutel vor dem Start ist die günstigste Zeitersparnis, die es gibt; wann ein Wechsel ansteht, klärt der Ratgeber Wie oft Staubsaugerbeutel wechseln.

Wann eine Firma sinnvoll ist

Bei Zeitdruck, bei großen Wohnungen und wenn der Umzug selbst schon alle Kapazität bindet, ist eine Endreinigung durch eine Firma eine vertretbare Ausgabe. Übliche Preise liegen bei rund 5 bis 12 Euro je Quadratmeter, häufig mit Aufschlägen für Fenster und Backofen. Für 60 Quadratmeter landest du damit bei ungefähr 300 bis 700 Euro.

Worauf du achten solltest: eine schriftliche Leistungsbeschreibung, in der Fenster, Backofen, Kühlschrank und Keller ausdrücklich genannt sind, sowie ein Termin vor der Wohnungsübergabe mit einem Puffer von mindestens einem Tag. So bleibt Zeit für Nacharbeiten, falls etwas fehlt.

Fazit

Die Endreinigung wird berechenbar, sobald die Reihenfolge stimmt. Erst vollständig leer räumen, dann je Raum von oben nach unten, den Boden über die ganze Wohnung ganz zuletzt. Küche und Bad gehören an den Anfang, weil sie die Hälfte der Zeit fressen und mit Einwirkzeiten arbeiten, die nebenbei laufen.

Der zweite Hebel ist die Liste der Stellen, die im bewohnten Zustand niemand anfasst: Fensterfalze, Rollladenkästen, Kühlschrankdichtungen, Schrankoberkanten und der Bereich hinter den Geräten. Genau dort schaut bei der Übergabe jemand hin, und genau dort entscheidet sich der Gesamteindruck.

Und der Punkt, der vor allem anderen kommt: Was du überhaupt schuldest, steht in deinem Mietvertrag. Ein kurzer Blick hinein, im Zweifel mit Rat von einem Mieterverein, spart mehr Aufwand als jede Putztechnik.

Häufige Fragen

Was bedeutet besenrein genau?

Der Begriff meint den Zustand nach grobem Kehren: Möbel und persönliche Gegenstände sind raus, loser Schmutz und Staub sind entfernt, Böden gekehrt oder gesaugt. Flecken, Kalk und Fettschichten fallen nach dem üblichen Verständnis nicht darunter. Weil der Begriff nicht gesetzlich definiert ist, gehen die Vorstellungen im Einzelfall auseinander, und was tatsächlich geschuldet ist, ergibt sich aus dem Mietvertrag.

In welcher Reihenfolge putze ich am besten?

Erst vollständig leer räumen, dann Raum für Raum von oben nach unten arbeiten und den Boden zuletzt machen. Der Grund ist einfach: Beim Reinigen fällt Staub nach unten. Wer den Boden zuerst wischt und danach die Fenster putzt, macht dieselbe Fläche zweimal. Innerhalb der Wohnung beginnst du mit Küche und Bad, weil sie am längsten dauern.

Wie lange dauert die Endreinigung einer Wohnung?

Für eine leere Zweizimmerwohnung mit rund 60 Quadratmetern sind sechs bis zehn Stunden realistisch, wenn sie gründlich gemacht wird. Küche und Bad machen davon gut die Hälfte aus. Mit einem stark verschmutzten Backofen, vielen Fenstern oder Kalk in der Dusche kommen schnell zwei bis drei Stunden dazu. Plane die Reinigung auf zwei Tage, dann bleibt Zeit für Nacharbeiten.

Muss ich Bohrlöcher verschließen?

Das hängt vom Mietvertrag und von der Anzahl ab. Verbreitet ist die Praxis, eine übliche Zahl an Dübellöchern fachgerecht zu verschließen und die Stelle zu überstreichen. Bei sehr vielen Löchern oder bei Fliesen liegt der Fall anders. Weil die Rechtslage bei Schönheitsreparaturen im Detail kompliziert ist, klärst du das vor dem Auszug mit dem Vermieter oder holst dir Rat bei einem Mieterverein.

Welche Stellen werden bei der Übergabe am häufigsten beanstandet?

Nach der Erfahrung von Übergabeprotokollen sind es immer dieselben: Backofen und Herdmulde, Kühlschrank und dessen Dichtungen, Kalk in Dusche und an Armaturen, Silikonfugen im Bad, Fensterrahmen und Fensterfalze, Rollladenkästen, Heizkörper zwischen den Rippen sowie der Dunstabzugsfilter. Alle acht liegen außerhalb der normalen Putzroutine und werden deshalb übersehen.

Lohnt sich eine Reinigungsfirma für die Endreinigung?

Sie lohnt sich vor allem bei Zeitdruck und bei großen Wohnungen. Übliche Preise liegen bei rund 5 bis 12 Euro je Quadratmeter, dazu kommen häufig Aufschläge für Fenster und Backofen. Bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung landest du damit ungefähr bei 300 bis 700 Euro. Achte auf eine schriftliche Leistungsbeschreibung, damit klar ist, was enthalten ist.

Muss ich die Wohnung streichen, bevor ich ausziehe?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es an der Wirksamkeit der Klausel im konkreten Mietvertrag hängt. Viele ältere Formulierungen zu Schönheitsreparaturen wurden von Gerichten für unwirksam erklärt, andere gelten. Prüfe deinen Vertrag und hole im Zweifel Rat bei einem Mieterverein, bevor du streichst oder es unterlässt.

Was wird beim Auszug am häufigsten komplett vergessen?

Der Keller- oder Dachbodenanteil, der Briefkasten samt Klingel- und Namensschild, der Balkon mit Abfluss und Geländer, die Innenseite der Wohnungstür, die Lichtschalter und Türklinken sowie die Innenseiten der Einbauschränke. Diese Punkte gehören auf die Liste, bevor die Schlüssel übergeben werden.

Das könnte dich auch interessieren