Saugroboter-Verbot in den USA: Was gilt für Deutschland?

Die US-Behörde FCC lässt seit Juli keine neuen Saugroboter aus ausländischer Fertigung mehr zu. Roborock, Dreame und Ecovacs fehlen auf der Ausnahmeliste.

Saugroboter Veröffentlicht am 2 Min. Lesezeit

Schwarzer Roborock-Saugroboter mit Lasersensor auf dem Deckel vor seiner Ladestation an einer weißen Fußleiste auf hellem Holzboden
Ein Roborock-Saugroboter an seiner Ladestation, fotografiert 2021 in den USA. Bereits zugelassene Modelle wie dieses dürfen dort weiter verkauft werden.

Foto: ajay_suresh, CC BY 2.0 · Ausschnitt

Die US-Telekommunikationsbehörde FCC hat am 28. Juli 2026 im Ausland gefertigte „fortschrittliche Robotikgeräte“ auf ihre sogenannte Covered List gesetzt. Neue Modelle solcher Geräte bekommen seitdem keine FCC-Zulassung mehr und dürfen in den USA nicht neu auf den Markt. Darunter fallen die meisten Saug- und Mähroboter. Eine Ausnahme gibt es nur mit einer Genehmigung des US-Kriegsministeriums, und die haben mit Stand 30. Oktober 13 Hersteller. Der einzige Saugroboter darunter stammt vom kalifornischen Start-up Matic. Roborock, Dreame, Ecovacs, iRobot, Shark, eufy und Narwal stehen nicht auf der Liste.

Welche Geräte die Regel erfasst

Als fortschrittliches Robotikgerät gilt laut der Kanzlei Cooley, die die Sicherheitsbestimmung ausgewertet hat, jedes mobile Gerät, das auf Befehle oder Sensordaten reagiert, die Umgebung per Sensor erfasst und mit mindestens 200 kbit/s vernetzt ist. Zusammen mit seiner Station muss es mehr als 4,4 Pfund wiegen, also rund 2 Kilogramm. Das trifft auf praktisch jeden Saugroboter mit WLAN und Station zu. Maßgeblich ist allein, wo ein Gerät gebaut wird. Das gilt auch für Marken mit Sitz in den USA.

Bereits zugelassene Modelle bleiben laut FCC im Handel, und wer einen Roboter besitzt, darf ihn weiter nutzen. Software- und Firmware-Updates für Geräte, die vor dem 28. Juli zugelassen wurden, erlaubt die FCC mindestens bis zum 1. Januar 2029, ausdrücklich auch Updates, die Sicherheitslücken schließen.

Für eine Ausnahme muss ein Hersteller unter anderem einen Plan vorlegen, wie er die Fertigung in die USA verlagert. Als Erstes bekam Husqvarna am 9. September eine Genehmigung für vier Mähroboter. Matic folgte am 2. Oktober mit seinem Saugroboter und der passenden Ladestation. Die übrigen Ausnahmen gelten vor allem Industrie- und Logistikrobotern.

Zeitachse der US-Regeln für Saugroboter vom 28. Juli 2026 bis zum 1. Januar 2029: Covered List, erste Ausnahme für Husqvarna, Ausnahme für Matic, Laborregel und 13 Ausnahmen Ende Oktober 2026, Prüflabor-Frist am 1. Dezember 2028 und Ende der Firmware-Ausnahme frühestens am 1. Januar 2029
Die Ausnahmeliste wächst seit September fast jede Woche, die großen Saugroboter-Marken fehlen bisher.

Die nächste Hürde kommt 2028

Am 29. Oktober hat die FCC eine zweite Regel beschlossen, die alle Elektronikgeräte betrifft. Ab dem 1. Dezember 2028 erkennt sie für die Zulassung nur noch Prüflabore in den USA und in Ländern an, die US-Laboren dieselbe Anerkennung gewähren. China gehört nach dem Entwurf der Regel nicht dazu, obwohl dort laut FCC 2025 mehr als 82 Prozent aller Zulassungsprüfungen stattfanden. In den USA selbst waren es weniger als 4 Prozent. Bereits erteilte Zulassungen bleiben gültig.

Was heißt das für Käufer in Deutschland?

Für dich ändert sich direkt nichts. Die FCC-Regeln betreffen nur die Zulassung in den USA, in Deutschland bleiben alle Modelle erhältlich und die Apps laufen weiter. Die EU setzt bei vernetzten Geräten auf Sicherheitspflichten für jeden Hersteller. Seit dem 1. August 2025 müssen Funkgeräte mit Internetzugang, also auch WLAN-Saugroboter, die Cybersicherheitsanforderungen der Funkanlagenrichtlinie erfüllen. Ab dem 11. Dezember 2027 gilt der Cyber Resilience Act für alle vernetzten Produkte, aktiv ausgenutzte Schwachstellen müssen Hersteller schon seit dem 11. September 2026 melden.

Wie schnell eine Lücke geschlossen wird, entscheidet sich trotzdem beim Hersteller. Ein aktuelles Beispiel sind die Sicherheitslücken in zwei eufy-Saugrobotern. Was die Herkunft für Datenschutz und Service bedeutet, erklärt der Ratgeber Saugroboter aus China.

Was noch offen ist

Ob Roborock, Dreame oder Ecovacs eine Ausnahme beantragt haben, ist nicht öffentlich bekannt. Offen ist auch, ob Hersteller neue Modelle deshalb früher in Europa auf den Markt bringen.

Quellen

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