Leiser Akku-Staubsauger: dB-Werte und was wirklich hilft

Warum Akku-Sauger lauter wirken als Bodenstaubsauger, was hinter der dB(A)-Angabe steckt und mit welchen Hebeln sich die Lautstärke im Alltag um mehrere Dezibel senken lässt.

Staubsauger Veröffentlicht am 9 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Was die dB-Angabe auf dem Datenblatt bedeutet
  2. Warum Akku-Sauger anders klingen als Bodenstaubsauger
  3. Wo der Lärm im Gerät entsteht
  4. Leise und saugstark zugleich: was physikalisch geht
  5. Was sich an einem vorhandenen Gerät ändern lässt
  6. Worauf sich beim Kauf achten lässt
  7. Lautstärke im Mehrfamilienhaus
  8. Fazit
  9. Häufige Fragen

Auf dem Datenblatt steht beim Akku-Sauger 80 dB(A), beim alten Bodenstaubsauger 76, und trotzdem klingt das kabellose Gerät im Flur deutlich unangenehmer. Der Unterschied steckt in drei Größen, die in keiner der beiden Zahlen auftauchen: im Abstand zwischen Motor und Ohr, in der Tonhöhe und in der Frage, welche Bezugsgröße der Hersteller überhaupt gemessen hat. Wer diese drei Punkte kennt, erkennt vor dem Kauf, welches Gerät im eigenen Wohnzimmer erträglich bleibt, und holt aus einem vorhandenen Sauger noch einige Dezibel heraus.

Was die dB-Angabe auf dem Datenblatt bedeutet

Dezibel ist ein logarithmisches Maß, und daraus folgen zwei Faustregeln, die im Kopf bleiben sollten. Drei Dezibel mehr bedeuten die doppelte Schallenergie, und das Ohr nimmt diesen Sprung gerade eben wahr. Zehn Dezibel mehr werden dagegen als etwa doppelt so laut empfunden. Zwischen einem Gerät mit 72 dB(A) und einem mit 82 dB(A) liegt damit der Unterschied zwischen einem Gespräch nebenher und einem Raum, in dem das Gespräch aufhört.

Wichtiger als die Ziffer ist die Frage, was sie beschreibt. Es gibt zwei Größen, die beide in Dezibel angegeben werden:

GrößeKürzelWas sie beschreibtBedeutung fürs Datenblatt
SchallleistungspegelLWAdie gesamte abgestrahlte Schallenergie des Geräts, unabhängig vom Abstandvergleichbar zwischen Geräten, klingt hoch
SchalldruckpegelLpAder Druck, der an einem bestimmten Punkt ankommt, meist in 1 m Abstandnäher am Höreindruck, nur mit Abstandsangabe brauchbar

Der Zusammenhang folgt aus der Fläche, über die sich der Schall verteilt. Bei einer Messung im Abstand von einem Meter über einer reflektierenden Fläche liegt der Schallleistungspegel rund 8 dB über dem Schalldruck, bei zwei Metern schon rund 14 dB. Eine Angabe von 80 dB(A) Schallleistung entspricht damit etwa 66 bis 72 dB(A) an der Position des Nutzers. Steht dieselbe Zahl als Schalldruck im Datenblatt, ist das Gerät hörbar lauter.

Verbindlich ist keine der beiden Angaben. Das EU-Energielabel für Staubsauger schrieb den Schallleistungspegel vor, geht aber auf die Verordnung (EU) Nr. 665/2013 zurück, die das Gericht der Europäischen Union 2018 für nichtig erklärt hat. Seit Anfang 2019 wird das Label nicht mehr vergeben. Für Akku-Sauger war es ohnehin nie zuständig, weil sich sowohl das Label als auch die Ökodesign-Vorgaben auf netzbetriebene Geräte beziehen. Heute nennt ein Teil der Hersteller einen Wert, ein anderer Teil verzichtet ganz darauf.

Warum Akku-Sauger anders klingen als Bodenstaubsauger

Ein klassischer Bodenstaubsauger trägt seinen Motor in einem großen Gehäuse mit Dämmmaterial, der Beutel liegt als Vlies davor, und das Ganze steht zwei Meter entfernt am Boden. Ein Akku-Stielsauger hat davon nichts. Der Motor sitzt im Handteil, wenige Zentimeter unter dem Griff, das Gehäuse besteht aus dünnwandigem Kunststoff, und Dämmmaterial kostet Gewicht, das an dieser Stelle direkt im Handgelenk landet.

Dazu kommt das Abstandsgesetz: Im Freifeld sinkt der Schalldruck um 6 dB, sobald sich der Abstand zur Quelle verdoppelt. Wandert der Motor von zwei Metern Bodenabstand auf 40 Zentimeter am Griff, entspricht das rechnerisch etwa 14 dB Zuwachs am Ohr. Ein Akku-Sauger mit derselben abgestrahlten Schallleistung wie ein Bodengerät wirkt allein deshalb deutlich lauter.

Der dritte Unterschied ist die Tonhöhe. Klassische Universalmotoren drehen mit 25.000 bis 35.000 Umdrehungen pro Minute, moderne Digitalmotoren in Akku-Saugern erreichen 100.000 bis 125.000 U/min. Die Turbine erzeugt dabei einen Ton, dessen Frequenz sich aus Drehzahl und Schaufelzahl ergibt, und der landet mit mehreren Kilohertz im empfindlichsten Bereich des Gehörs. Die A-Bewertung bildet genau das ab: Sie senkt tiefe Frequenzen stark ab, bei 63 Hertz um rund 26 dB, und hebt den Bereich um 2 bis 4 Kilohertz sogar leicht an. Das dumpfe Brummen eines großen Motors verschwindet in der Rechnung fast, das Pfeifen der kleinen Turbine steht voll im Ergebnis.

Wo der Lärm im Gerät entsteht

Der Motor ist die lauteste Quelle, allein bleibt er es nicht. Ein Akku-Sauger erzeugt Geräusch an fünf Stellen, und drei davon lassen sich im Alltag beeinflussen.

Schematischer Längsschnitt durch einen Akku-Stielsauger mit dem Luftweg von der Bodendüse über Rohr, Zyklon und Filter zum Motor und weiter zum Ausblasgitter. Fünf nummerierte Marker zeigen die Geräuschquellen: die Turbine im Handteil als lauteste Quelle mit hochfrequentem Pfeifen, das Ausblasgitter mit Strömungsrauschen, der Zykloneinlass mit dem Wirbelgeräusch der eintretenden Luft, die Bürstwalze der Bodendüse mit Klappern und Bürstenschlag sowie das Saugrohr als Resonanzkörper. Ein gestrichelter Abstandspfeil zwischen Turbine und Kopf des Nutzers markiert rund 40 Zentimeter Abstand zum Ohr.

Die Turbine im Handteil ist die lauteste Quelle und sitzt zugleich am nächsten am Ohr. Jede Halbierung dieses Abstands bringt rechnerisch 6 dB.

Die Turbine trägt den größten Anteil und den unangenehmsten Ton bei. An ihr lässt sich nur über die Saugstufe etwas ändern, weil jede Drehzahlreduktion direkt in Frequenz und Pegel geht.

Das Ausblasgitter erzeugt Strömungsrauschen, sobald die Luft aus einer engen Öffnung in den Raum austritt. Bei vielen Geräten zeigt das Gitter zur Seite und bläst in Richtung Ohr. Eine leichte Drehung des Handteils beim Saugen verschiebt den Schall spürbar.

Der Zykloneinlass ist die Stelle, an der die Luft in den Abscheider schießt und in eine schnelle Kreisbewegung gezwungen wird. Das ergibt ein breitbandiges Rauschen, das mit steigendem Füllstand des Behälters unregelmäßiger wird. Wie sich die Abscheidung im Detail verhält, steht im Ratgeber zum Zyklon-Staubsauger und seinem Filter.

Die Bürstwalze in der Bodendüse ist auf Hartboden oft der zweitlauteste Punkt. Eine harte Borstenreihe schlägt auf Fliesen und Laminat, dazu klappert das Düsengehäuse. Weiche Walzen mit Samtbezug arbeiten dort merklich ruhiger, während Turbobürsten mit steifen Borsten auf Teppich ihre Berechtigung haben. Der Unterschied zwischen den Bauformen ist im Ratgeber zur Elektrobürste für Tierhaare beschrieben.

Das Saugrohr wirkt als Resonanzkörper. Metallrohre klingen heller als solche mit Kunststoffkern, und ein Rohr mit Teilverstopfung erzeugt zusätzlich ein pfeifendes Nebengeräusch, das oft als Motorschaden fehlgedeutet wird.

Leise und saugstark zugleich: was physikalisch geht

Die Suche nach einem Gerät, das leise und gleichzeitig kräftig arbeitet, stößt auf eine harte Grenze. Saugleistung setzt sich aus Volumenstrom (wie viel Luft pro Sekunde bewegt wird) und Unterdruck (wie stark sie gezogen wird) zusammen. Beide Größen hängen an der Drehzahl der Turbine, und die Drehzahl bestimmt zugleich Pegel und Tonhöhe. Wer eines senkt, senkt das andere mit.

Hersteller haben trotzdem drei Stellschrauben, um bei gleicher Leistung leiser zu werden:

  • Größerer Turbinendurchmesser bei niedrigerer Drehzahl. Das verschiebt den Ton nach unten, wo das Ohr unempfindlicher ist, und kostet Bauraum im Handteil.
  • Strömungsgünstige Kanäle. Jede scharfe Umlenkung im Luftweg erzeugt Verwirbelung und damit Rauschen. Weiche Radien und gleichmäßige Querschnitte helfen doppelt, weil sie auch den Widerstand senken.
  • Dämmung und Entkopplung. Schaumstoff um das Motorgehäuse, Gummilager gegen Körperschall und ein Ausblasgitter mit größerer Fläche senken den Pegel, ohne die Saugleistung anzutasten. All das wiegt.

Praktisch bedeutet das: Ein Gerät, das in der mittleren Stufe unter 75 dB(A) bleibt und dort genug Leistung für Hartboden und kurzflorigen Teppich hat, ist realistisch. In der Maximalstufe arbeitet dagegen kein Sauger leise. Die Boost-Stufe ist bei jeder Bauart der lauteste Betriebspunkt und für kurze Einsätze auf Teppich gedacht.

Was sich an einem vorhandenen Gerät ändern lässt

Bevor ein neues Gerät ins Haus kommt, lohnt sich der Blick auf die Punkte, die am eigenen Sauger mehrere Dezibel bringen. Sie sind nach Wirkung sortiert.

Maßnahmetypischer EffektAufwand
eine Saugstufe niedriger fahren5 bis 10 dBkeiner
Filter und Zyklon reinigen2 bis 5 dB, Ton wird tiefer10 Minuten
weiche Walze statt Turbobürste auf Hartboden3 bis 6 dBDüsenwechsel
Saugrohr auf Teilverstopfung prüfenbeseitigt Pfeifen5 Minuten
Ausblasgitter vom Ohr wegdrehen1 bis 3 dB am Ohrkeiner
Dichtungen und Rastpunkte prüfenbeseitigt Klappern10 Minuten

Die Filterpflege wird am häufigsten übersehen, weil ihr Effekt widersinnig wirkt. Ein zugesetzter Filter lässt weniger Luft durch, die Turbine bekommt weniger Last und dreht deshalb höher. Das Ergebnis ist ein schrilleres Geräusch bei gleichzeitig schlechterer Reinigungsleistung. Wer das Muster kennt, erkennt daran den Wartungsbedarf früher als am Saugergebnis. Der komplette Ablauf steht im Ratgeber zum Akku-Staubsauger reinigen, die Symptome eines Leistungsabfalls sind unter Staubsauger saugt nicht mehr stark gesammelt.

Der zweite unterschätzte Punkt ist die Düsenwahl. Auf Fliesen, Parkett und Laminat bringt eine steife Bürstwalze wenig zusätzlichen Schmutz in den Behälter, erzeugt aber ein deutliches Schlaggeräusch. Eine weiche Walze oder eine Düse ohne Antrieb arbeitet dort ruhiger und schont die Oberfläche.

Ein Sonderfall sind Klappergeräusche, die nach einigen Monaten auftreten. Sie stammen meist aus einer nachgiebigen Rastverbindung zwischen Rohr und Handteil oder aus einem gelockerten Behälterdeckel. Beides ist mechanisch harmlos und lässt sich durch Reinigen der Rastflächen und einen prüfenden Blick auf die Dichtung meist abstellen.

Worauf sich beim Kauf achten lässt

Ohne Pflichtangabe bleibt die Bewertung vor dem Kauf schwierig, ein paar Anhaltspunkte gibt es trotzdem.

Zuerst gilt der Blick der Bezugsgröße. Findet sich in den technischen Daten der Begriff Schallleistung oder das Kürzel LWA, ist die Zahl mit anderen Schallleistungsangaben vergleichbar und liegt am Ohr rund 8 bis 14 dB niedriger. Steht dort Schalldruck oder eine Abstandsangabe wie “in 1 m”, beschreibt die Zahl direkt den Höreindruck. Fehlt beides, taugt der Wert nur zum groben Vergleich innerhalb derselben Marke, weil Hersteller ihre Messverfahren intern gleich halten.

Zweitens verrät die Bauform einiges. Ein Handteil mit großzügigem Ausblasbereich und sichtbar gedämmtem Motorgehäuse ist ein gutes Zeichen. Sehr kompakte, betont leichte Geräte sparen typischerweise an genau dieser Stelle.

Drittens lohnt der Blick auf die Stufenzahl. Ein Gerät mit drei Stufen erlaubt einen leisen Alltagsbetrieb, ein Gerät mit einer festen Stufe zwingt immer in den lautesten Betriebspunkt. Für die tägliche Runde über den Hartboden ist eine gut abgestimmte Eco-Stufe wertvoller als eine hohe Spitzenleistung.

Viertens spielt die Bauart des Abscheiders hinein. Zyklongeräte erzeugen das beschriebene Einlassrauschen, Geräte mit Beutel führen die Luft langsamer durch ein Vlies und arbeiten in dieser Hinsicht ruhiger. Die vollständige Gegenüberstellung beider Systeme steht im Ratgeber Staubsauger mit Beutel oder beutellos. Wer den Akku ganz aus der Rechnung nehmen will, findet die Alternative im Ratgeber zum Stielstaubsauger ohne Akku.

Lautstärke im Mehrfamilienhaus

Staubsaugen zählt zu den üblichen Haushaltstätigkeiten und ist tagsüber grundsätzlich hinzunehmen. Die Grenzen setzen die Ruhezeiten: In den meisten Hausordnungen und Landesregelungen gilt eine Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr, vielerorts zusätzlich eine Mittagsruhe, und an Sonn- und Feiertagen ist die Toleranz deutlich geringer. Wer in diesen Zeiten saugen muss, verlagert die Arbeit sinnvoll in Räume ohne gemeinsame Wand zum Nachbarn.

Interessant ist dabei, dass der Akku-Sauger im Nachbarraum oft weniger auffällt als das kabelgebundene Gerät. Der Grund liegt im Körperschall: Ein Bodenstaubsauger steht mit seinem Gewicht auf dem Estrich und überträgt Schwingungen direkt in den Bau, dazu rollen harte Rollen über den Boden. Beim Stielgerät fehlt diese Ankopplung weitgehend. Zusätzlich werden hohe Frequenzen von Wänden und Decken stärker gedämpft als tiefe, sodass vom Pfeifen der Turbine nebenan wenig ankommt. Was durch die Decke geht, ist meist das Klappern der Düse auf hartem Belag.

Fazit

Die Lautstärke eines Akku-Saugers entscheidet sich an drei Stellen, und nur eine davon steht im Datenblatt. Die Bezugsgröße klärt, ob eine Zahl den Schallleistungspegel oder den Schalldruck meint, was einen Unterschied von 8 bis 14 dB ausmacht. Der Abstand zwischen Motor und Ohr ist bauartbedingt kurz und lässt sich nur über die Ausrichtung des Geräts leicht beeinflussen. Die Tonhöhe der schnell drehenden Turbine bestimmt, wie lästig ein bestimmter Pegel überhaupt empfunden wird.

Für den Alltag bleiben zwei Hebel, die zusammen mehr bringen als jeder Modellwechsel: eine Stufe niedriger fahren und die Filter sauber halten. Beides senkt den Pegel um mehrere Dezibel und verschiebt den Klang nach unten, wo er weniger stört. Wer neu kauft, achtet auf ein Gerät mit mindestens drei Saugstufen und einer sauber abgestimmten mittleren Stufe, weil der Sauger dort die meiste Zeit seines Lebens arbeitet.

Häufige Fragen

Wie viel dB hat ein leiser Akku-Staubsauger?

Herstellerangaben für Akku-Stielsauger liegen meist zwischen 70 und 87 dB(A). Als leise gelten Geräte, die in der mittleren Stufe unter 75 dB(A) bleiben. Entscheidend ist die Bezugsgröße: Ein Wert von 80 dB(A) als Schallleistungspegel entspricht am Ohr etwa 66 bis 72 dB(A), derselbe Zahlenwert als Schalldruck gemessen ist deutlich lauter. Wo die Bezugsgröße fehlt, lassen sich zwei Angaben nicht seriös vergleichen.

Warum klingt mein Akku-Sauger lauter als der alte Bodenstaubsauger?

Wegen des Abstands und der Tonhöhe. Beim Akku-Sauger sitzt der Motor im Handteil, also rund 40 Zentimeter vom Ohr entfernt, beim Bodenstaubsauger zwei Meter weiter unten am Boden. Jede Halbierung des Abstands bringt rechnerisch 6 dB mehr. Dazu kommt die Drehzahl: Digitalmotoren laufen mit über 100.000 Umdrehungen pro Minute und erzeugen ein Pfeifen im Kilohertz-Bereich, für das das Ohr besonders empfindlich ist.

Gibt es leise Akku-Sauger, die trotzdem stark saugen?

Nur begrenzt. Saugleistung entsteht aus Volumenstrom und Unterdruck, und beides hängt an der Drehzahl der Turbine. Wer die Drehzahl senkt, senkt beide Größen mit. Hersteller gleichen das über größere Turbinen, gedämmte Luftkanäle und optimierte Schaufelgeometrien aus, was den Preis nach oben treibt. Realistisch ist ein Gerät, das in der mittleren Stufe leise arbeitet und die laute Boost-Stufe nur für Teppich braucht.

Wird ein Staubsauger lauter, wenn der Filter zu ist?

Ja, und zwar hörbar höher im Ton. Ein zugesetzter Filter drosselt den Luftstrom, dadurch sinkt die Last an der Turbine und ihre Drehzahl steigt. Das Geräusch wird schriller, die Saugleistung fällt gleichzeitig ab. Wer bei einem Akku-Sauger plötzlich ein hohes Pfeifen hört, prüft deshalb zuerst Filter, Zyklon und Saugrohr, bevor er einen Defekt vermutet.

Was bedeutet die A-Bewertung in dB(A)?

Sie bildet nach, wie empfindlich das menschliche Ohr auf verschiedene Tonhöhen reagiert. Tiefe Frequenzen werden stark abgewertet, bei 63 Hertz um rund 26 dB. Der Bereich zwischen 2 und 5 Kilohertz wird dagegen leicht angehoben. Genau dort liegt das Pfeifen schnell drehender Turbinen, weshalb ein Akku-Sauger in dB(A) selten gut wegkommt, während das Brummen eines großen Motors rechnerisch nachlässt.

Wie viel leiser ist die Eco-Stufe gegenüber Boost?

Zwischen der niedrigsten und der höchsten Stufe liegen bei den meisten Geräten mehrere Dezibel, oft im Bereich von 5 bis 10 dB. Zehn Dezibel entsprechen etwa der halben empfundenen Lautstärke. Das ist der mit Abstand größte Hebel im Alltag und kostet auf Hartboden kaum Reinigungsergebnis, weil dort der Volumenstrom über die Düse mehr zählt als der maximale Unterdruck.

Warum gibt es kein Energielabel mit Lautstärke mehr?

Das EU-Energielabel für Staubsauger wies den Schallleistungspegel verpflichtend aus. Es ging auf die Verordnung (EU) Nr. 665/2013 zurück, die das Gericht der Europäischen Union 2018 für nichtig erklärt hat; seit Anfang 2019 wird es nicht mehr vergeben. Für Akkugeräte galt es ohnehin nie, weil die Verordnung sich auf netzbetriebene Staubsauger bezog. Lautstärkeangaben sind heute freiwillig.

Stört ein Akku-Sauger die Nachbarn mehr als ein Bodenstaubsauger?

Im Nachbarraum meist weniger. Der Körperschall ist geringer, weil kein schwerer Motor auf dem Estrich steht und über harte Rollen mitschwingt. Die hohen Frequenzen eines Akku-Saugers werden von Wänden und Decken zudem stärker gedämpft als tiefe. Was durch die Decke geht, ist eher das Klappern der Düse auf Fliesen und Laminat als der Motor selbst.

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