Einen Putzplan aufzuschreiben dauert zehn Minuten, ihn ein halbes Jahr durchzuhalten ist die eigentliche Aufgabe. Meistens scheitert es an zu ehrgeizigen Intervallen und an starren Wochentagen. Hier gibt es die fertige Vorlage zum Herunterladen, dazu die Intervalle, die sich im Alltag halten lassen, und die zwei Excel-Kniffe, die aus der Liste ein Werkzeug machen.
Die Vorlage herunterladen
Putzplan-Vorlage herunterladen (CSV, 2 KB)
Die Datei öffnet sich in Excel per Doppelklick, die Spalten stehen sofort richtig. Der Grund ist das Semikolon als Trennzeichen, das in der deutschen Windows-Einstellung als Listentrennzeichen gilt. LibreOffice Calc fragt beim Öffnen nach dem Trennzeichen, dort Semikolon und UTF-8 auswählen. In Google Tabellen läuft der Import über Datei, Importieren, Hochladen.
Ein Tipp direkt danach: einmal über Datei, Speichern unter als XLSX ablegen. Eine CSV-Datei speichert keine Formeln und keine Farben, und beides kommt in den nächsten Abschnitten dazu.
Diese Spalten bringt die Vorlage mit:
| Spalte | Inhalt | Wozu |
|---|---|---|
| A Bereich | Küche, Bad, Wohnräume, Schlafzimmer, Geräte | Filtern und Aufteilen |
| B Aufgabe | die konkrete Tätigkeit | eine Zeile pro Handgriff |
| C Intervall (Tage) | Zahl, etwa 7 oder 90 | Rechengrundlage für den Termin |
| D Zuständig | Name oder Kürzel | Aufteilung im Haushalt |
| E Zuletzt erledigt | Datum | wird beim Abhaken eingetragen |
| F Nächster Termin | Formel | zeigt, was ansteht |
| G Notiz | frei | Besonderheiten und Mittel |
Die Vorlage in Excel scharf schalten
Zwei Handgriffe machen aus der Liste ein Werkzeug, das von allein mitdenkt.
Der nächste Termin als Formel. In Zelle F2 eintragen:
=WENN(E2="";"";E2+C2)
Die Formel addiert das Intervall auf den letzten Erledigungstag. Die WENN-Abfrage hält die Zelle leer, solange in Spalte E noch nichts steht, sonst würde Excel dort das Datum 01.01.1900 plus Intervall anzeigen. Anschließend F2 anklicken und am kleinen Quadrat unten rechts bis zur letzten Zeile nach unten ziehen.
Überfällige Aufgaben farbig markieren. Spalte F markieren, dann Start, Bedingte Formatierung, Neue Regel, und dort den Punkt “Formel zur Ermittlung der zu formatierenden Zellen verwenden” wählen. Als Formel eintragen:
=UND(F2<>"";F2<HEUTE())
Als Format eine rote Füllung wählen. Ab sofort leuchtet beim Öffnen der Datei jeder Termin rot, der in der Vergangenheit liegt. Wer einen Schritt weiter gehen will, legt eine zweite Regel mit =UND(F2<>"";F2<=HEUTE()+3) und gelber Füllung an, dann kündigen sich Aufgaben drei Tage vorher an.
Sortieren und filtern. Erste Zeile markieren, dann Start, Sortieren und Filtern, Filtern. Danach lässt sich die Tabelle nach Bereich, nach zuständiger Person oder aufsteigend nach nächstem Termin sortieren. Die Sortierung nach Spalte F ist im Alltag die nützlichste: Ganz oben steht, was als Nächstes dran ist.
Wie oft was wirklich nötig ist
Die Intervalle in der Vorlage sind bewusst realistisch gewählt. Sie sollen einen normalen Haushalt in ordentlichem Zustand halten, ohne dass jeden Abend eine Pflichtaufgabe wartet.
An der Verteilung fällt zweierlei auf. Erstens sammeln sich Küche und Bad im linken Drittel der Achse, weil dort Feuchtigkeit, Fett und Keime zusammenkommen. Zweitens liegt die Mehrzahl aller Aufgaben rechts von der 30-Tage-Marke, und genau diese Aufgaben vergisst man ohne Plan zuverlässig.
Diese Übersicht zeigt die Intervalle nach Bereich:
| Bereich | täglich bis 3 Tage | wöchentlich bis 14 Tage | monatlich | vierteljährlich und seltener |
|---|---|---|---|---|
| Küche | Arbeitsflächen, Spüle, Herd, Müll, Boden | Spülmaschine außen | Kühlschrank auswischen | Backofen, Fettfilter, Abtauen |
| Bad | Waschbecken, Armatur | WC, Dusche, Boden, Spiegel, Handtücher | Abfluss, Duschwand | Fugen, Duschkopf |
| Wohnräume | Hauptwege saugen | Staub wischen, feucht wischen | unter Möbeln, Klinken | Sockelleisten, Fenster, Heizkörper, Gardinen |
| Schlafzimmer | Bettwäsche | Matratze saugen und wenden, Kissen waschen | ||
| Geräte | Staubsaugerbehälter | Filter, Flusensieb, Waschmittelfach | Leerlauf 90 Grad, Filterwechsel |
Zwei Werte verdienen eine Begründung, weil sie oft anders gehandhabt werden.
Bettwäsche alle 14 Tage. Das ist die übliche Empfehlung für einen normalen Erwachsenen. Wer stark schwitzt, eine Hausstauballergie hat oder mit Haustieren im Bett schläft, geht auf eine Woche herunter und wäscht bei 60 Grad. Warum die Temperatur bei Allergie den Unterschied macht, steht im Ratgeber Hausstauballergie: was wirklich hilft.
Heizkörper halbjährlich. Der Termin gehört vor die Heizsaison, weil der Staub zwischen den Konvektorblechen sonst auf heißem Stahl anbackt. Sitzt dort bereits ein schmieriger Film, reicht die Bürste nicht mehr und es wird nass gearbeitet, wie im Ratgeber Heizkörper reinigen mit Wasser beschrieben.
Staubsaugerfilter monatlich prüfen. Dieser Punkt fehlt in den meisten Putzplänen und kostet am meisten Leistung. Ein zugesetzter Filter senkt den Volumenstrom, und der Sauger holt weniger aus dem Teppich, obwohl der Motor gleich laut arbeitet. Was dabei konkret zu tun ist, zeigt der Ratgeber Akku-Staubsauger reinigen.
Intervalle statt Wochentage
Die meisten Vorlagen im Netz teilen Aufgaben festen Wochentagen zu: Montag Bad, Dienstag Küche, Mittwoch Böden. Das liest sich ordentlich und hält selten länger als drei Wochen.
Der Grund ist einfach. Ein Wochentagsplan kennt nur zwei Zustände, erledigt und versäumt. Fällt der Dienstag wegen eines Termins aus, war die Küche versäumt, und in der Folgewoche steht sie trotzdem wieder am Dienstag. Der Rückstand wächst, ohne dass der Plan ihn abbilden kann.
Ein Intervallplan verschiebt sich mit. Wer am 3. gewischt hat statt am 1., steht mit dem nächsten Termin einfach am 17. statt am 15. wieder an. Der Plan bleibt gültig, und das ist der ganze Unterschied zwischen einer Liste, die man führt, und einer, die man ignoriert.
Die Wochentage kommen trotzdem vor, allerdings als zweite Ebene: Wer sonntagabends die Tabelle nach Spalte F sortiert, sieht die Aufgaben der kommenden Woche und verteilt sie auf die Tage, an denen Zeit ist.
Den Plan an den eigenen Haushalt anpassen
Die Vorlage ist ein Startpunkt. Diese fünf Faktoren verschieben die Intervalle spürbar:
- Personenzahl. Jede zusätzliche Person erhöht vor allem die Frequenz in Bad und Küche. Bei vier Personen ist das Bad zweimal pro Woche fällig.
- Haustiere. Hund oder Katze verkürzen das Saugintervall auf ein bis zwei Tage und bringen Aufgaben dazu, die sonst gar nicht anfallen. Wie sich der Haaranfall in den Griff bekommen lässt, beschreibt der Ratgeber Hundehaare in der Wohnung entfernen.
- Homeoffice. Wer den ganzen Tag zu Hause ist, nutzt Küche und Bad häufiger und trägt zugleich weniger Schmutz von draußen herein. Unterm Strich steigt die Frequenz in der Küche, die Böden bleiben länger sauber.
- Bodenbeläge. Teppich verzeiht längere Intervalle optisch, speichert dafür mehr. Harte Böden zeigen jeden Krümel und wollen häufiger gesaugt, dafür seltener grundgereinigt werden.
- Allergien. Bei Hausstauballergie verkürzen sich Bettwäsche, Saugen und Staubwischen jeweils um eine Stufe, und die Filterpflege am Sauger wird zur Pflicht.
Die Vierteljahres-Zeile “Matratze absaugen” verdient dabei besondere Aufmerksamkeit, weil dort das größte Allergenreservoir der Wohnung liegt. Wer bei der Gelegenheit auch Flecken angehen will, findet die Mittelwahl im Ratgeber Matratze reinigen mit Soda.
Wer Aufgaben streicht, sollte das konsequent tun. Zeilen, die im eigenen Haushalt nicht anfallen, etwa der Aktivkohlefilter bei einer Abluft-Dunstabzugshaube, gehören gelöscht. Ein Plan mit 30 zutreffenden Aufgaben wird eher benutzt als einer mit 41, von denen zehn nie dran sind.
Aufteilung im Mehrpersonenhaushalt
Die Spalte “Zuständig” ist der stille Star der Vorlage, wenn mehr als eine Person im Haushalt lebt.
Bewährt hat sich die Aufteilung nach Bereichen statt nach Einzelaufgaben. Wer die Küche übernimmt, übernimmt sie vollständig: Arbeitsflächen, Boden, Kühlschrank, Backofen, Fettfilter. Das erspart die Diskussion darüber, wer zuletzt was gemacht hat, und es macht die Verantwortung sichtbar. In der Tabelle filtert dann jeder auf seinen Namen und sieht genau seine Liste.
Für die Bereiche, die niemand freiwillig nimmt, hilft ein Tausch im festen Rhythmus: Bad und Küche wechseln monatlich die Zuständigkeit. Drei Monate reichen, um zu merken, wie viel Arbeit der jeweils andere Bereich macht.
Ein Detail noch: Gemeinschaftsaufgaben, die tatsächlich zusammen erledigt werden, bekommen in der Spalte ein “alle”. Dazu gehören typischerweise Fenster, der große Frühjahrsdurchgang und alles, was Möbel rücken verlangt.
Warum Putzpläne scheitern
Drei Muster tauchen immer wieder auf, und alle drei lassen sich abstellen.
Zu ehrgeizig getaktet. Der häufigste Fehler. Wer beim Schreiben des Plans motiviert ist, setzt Fenster auf monatlich und Böden auf täglich. In Woche zwei leuchtet die halbe Spalte F rot, und der Plan wird zur Mahnliste. Die Gegenmaßnahme: Intervalle im Zweifel großzügiger ansetzen. Ein Plan, den man übererfüllt, motiviert.
Unsichtbar abgelegt. Eine Datei in einem Unterordner wird nicht geöffnet. Entweder die Tabelle liegt in einem Cloud-Ordner und ist auf dem Handy verfügbar, oder der Wochenausschnitt wird ausgedruckt und hängt an der Innenseite eines Küchenschranks.
Zu fein zerlegt. “Türklinke Wohnzimmer”, “Türklinke Küche”, “Türklinke Bad” als drei Zeilen erzeugt das Gefühl einer endlosen Liste. Eine Zeile “Türklinken und Lichtschalter” reicht völlig.
Ein vierter Punkt gehört dazu, auch wenn er keine Schwäche des Plans ist: Der große Durchgang beim Auszug folgt anderen Regeln als die laufende Pflege. Wie der abläuft, steht im Ratgeber Wohnung putzen beim Umzug.
Fazit
Ein Putzplan wird dann benutzt, wenn er zwei Dinge kann: sich mitverschieben, wenn das Leben dazwischenkommt, und beim Öffnen sofort zeigen, was ansteht. Beides leistet eine Tabelle mit Intervallen in Tagen, der Terminformel und einer bedingten Formatierung, die Rückstände rot markiert.
Die Vorlage bringt das fertig mit. Der einzige Schritt, der Arbeit macht, ist das Anpassen an den eigenen Haushalt: Zeilen streichen, die nicht anfallen, Intervalle nach Personenzahl und Haustieren verschieben und die Zuständigkeiten eintragen. Danach genügen zwei Minuten pro Woche, um die erledigten Aufgaben mit dem heutigen Datum zu versehen.
Putzplan-Vorlage herunterladen (CSV, 2 KB)
Häufige Fragen
Was steckt in der Putzplan-Vorlage?
Die Datei enthält 41 Aufgaben aus fünf Bereichen: Küche, Bad, Wohnräume, Schlafzimmer und Haushaltsgeräte. Jede Zeile bringt ein empfohlenes Intervall in Tagen mit, dazu leere Spalten für zuständige Person, letzten Erledigungstag, nächsten Termin und eine Notiz. Die Intervalle sind so gewählt, dass ein Zwei-Personen-Haushalt sie ohne Überforderung schafft.
In welchem Format kommt die Vorlage?
Als CSV-Datei mit Semikolon als Trennzeichen. Excel öffnet sie per Doppelklick mit korrekt getrennten Spalten, weil Semikolon in der deutschen Windows-Einstellung als Listentrennzeichen gilt. Genauso funktioniert sie in LibreOffice Calc, Numbers und Google Tabellen. Nach dem Anpassen einmal als XLSX speichern, dann bleiben Formeln und Formatierungen erhalten.
Wie berechne ich den nächsten Termin automatisch?
Über eine einfache Addition. Steht das Datum der letzten Erledigung in Spalte E und das Intervall in Spalte C, lautet die Formel in Spalte F: =WENN(E2="";"";E2+C2). Die WENN-Abfrage sorgt dafür, dass die Zelle leer bleibt, solange noch kein Datum eingetragen ist. Die Formel anschließend bis zur letzten Zeile nach unten ziehen.
Wie oft muss man wirklich putzen?
Küche und Bad vertragen am wenigsten Aufschub, dort ist einmal pro Woche gründlich die Untergrenze und bei mehreren Personen sind zwei Durchgänge sinnvoll. Staubsaugen liegt in den Hauptwegen bei alle zwei bis drei Tagen, Böden feucht wischen bei ein- bis zweiwöchentlich. Alles andere reicht monatlich bis jährlich. Entscheidend sind Personenzahl, Haustiere und wie viel Zeit zu Hause verbracht wird.
Sollte ein Putzplan nach Wochentagen oder nach Intervallen aufgebaut sein?
Nach Intervallen, mit den Wochentagen als zweiter Ebene. Ein starrer Wochentagsplan bricht beim ersten Termin am Dienstag zusammen und wird danach selten wieder aufgenommen. Ein Intervallplan verschiebt sich einfach: Wer die Fenster zwei Wochen später putzt, steht mit dem nächsten Termin automatisch zwei Wochen später wieder an.
Wie teile ich die Aufgaben in einem Mehrpersonenhaushalt auf?
Über die Spalte für die zuständige Person, und zwar nach Bereichen statt nach einzelnen Aufgaben. Wer die Küche übernimmt, übernimmt sie ganz, inklusive Kühlschrank und Fettfilter. Das erspart die ständige Abstimmung darüber, wer zuletzt was gemacht hat, und macht in der Tabelle mit einem Filter auf den eigenen Namen sofort sichtbar, was ansteht.
Wie markiere ich überfällige Aufgaben farbig?
Mit einer bedingten Formatierung. Spalte F markieren, dann Start, Bedingte Formatierung, Neue Regel, Formel zur Ermittlung der zu formatierenden Zellen. Als Formel =UND(F2<>"";F2<HEUTE()) eintragen und eine rote Füllung wählen. Alle Termine in der Vergangenheit erscheinen dann farbig, und der Plan zeigt beim Öffnen sofort den Rückstand.
Warum scheitern Putzpläne so oft?
Drei Gründe tauchen fast immer auf. Die Intervalle sind zu ehrgeizig gewählt, sodass der Plan schon in der zweiten Woche Rückstand anzeigt. Der Plan hängt an einem Ort, an dem niemand hinschaut. Und er enthält Aufgaben, die im konkreten Haushalt gar nicht anfallen, was den Eindruck verstärkt, dass die Liste nie leer wird. Kürzen hilft in allen drei Fällen.