Saugroboter auf zwei Etagen: so klappt es im Haus

Saugroboter auf zwei Etagen nutzen: wie Mehretagen-Karten funktionieren, was oben ohne Station fehlt und wann Tragen, zweite Ladestation oder zweites Gerät passt.

Saugroboter Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Wie ein Saugroboter mehrere Etagen erkennt
  2. Die Karte für die zweite Etage anlegen
  3. Drei Wege, zwei Etagen zu reinigen
  4. Was auf der Etage ohne Station fehlt
  5. Wo die Station hingehört
  6. Den Roboter richtig tragen
  7. Die Treppe auf der oberen Etage absichern
  8. Akku und Fläche planen
  9. Worauf es bei der Ausstattung ankommt
  10. Fazit
  11. Häufige Fragen

Wie ein Saugroboter mehrere Etagen erkennt

Saugroboter mit Lasernavigation zeichnen beim ersten Durchgang einen Grundriss der Wohnung und speichern ihn als Karte. Für ein Haus mit mehreren Ebenen legen sie je Etage eine eigene Karte an. Die Hersteller nennen die Funktion Mehretagen-Karte, Multi-Floor-Mapping oder Kartenverwaltung.

Beim Start tastet der Roboter seine Umgebung ab und vergleicht sie mit den gespeicherten Grundrissen. Passt eine Karte, lädt er sie mitsamt Raumaufteilung, Sperrzonen und Reinigungseinstellungen. Bei einigen älteren oder einfachen Modellen wählst du die passende Karte vor dem Start selbst aus.

Wie viele Karten ein Gerät speichert, hängt vom Modell ab. Die Spanne bei Robotern aus unseren Rezensionen:

Modellgespeicherte Karten
Roborock Qrevo Curv 2 Pro3
eufy C103
iRobot Roomba Plus 405 Combo4
Roborock Qrevo Curv 2 Flow4
MOVA P50 Pro Ultra4
Dreame D20 Air Plus4
eufy X10 Pro Omni5
iRobot Roomba Plus 505 Combo5

Herstellerangaben. Für ein Haus mit zwei Wohnetagen genügt jedes dieser Geräte, mit Keller oder ausgebautem Dachgeschoss sind drei Karten das Minimum.

Die Karte für die zweite Etage anlegen

Die erste Karte entsteht immer an der Station. Roborock beschreibt in seinem Support die Bedingungen dafür: Der Roboter startet an der Station, fährt alle erreichbaren Bereiche ab und kehrt selbstständig zur Station zurück, die in dieser Zeit nicht verschoben wird. Erst dann ist die Karte gespeichert.

Für jede weitere Etage läuft es anders, und genau das macht den Betrieb auf zwei Ebenen praktikabel:

  1. In der App die Mehretagen-Funktion aktivieren, bei Roborock etwa über den Gebäudetyp „mehrere Etagen“.
  2. „Neue Karte erstellen“ wählen.
  3. Den Roboter allein in die andere Etage tragen, die Station bleibt stehen.
  4. Türen öffnen, Kabel und Kleinteile vom Boden räumen, dann die Kartierung starten.
  5. Der Roboter fährt die Etage ab, kehrt an den Punkt zurück, an dem du ihn abgesetzt hast, und speichert die Karte.

Danach erkennt er die Etage bei jedem Start selbst. Räume benennen, Sperrzonen setzen und Reinigungseinstellungen festlegen funktioniert für jede Karte getrennt. Was bei der ersten Kartierungsfahrt stört und wie du eine missratene Karte neu anlegst, zeigt der Ratgeber Saugroboter-Karte erstellen.

Drei Wege, zwei Etagen zu reinigen

Die Karte ist das kleinere Problem. Im Alltag zählt, wo der Roboter lädt, wohin er seinen Staub entleert und wer ihn die Treppe hinaufträgt. Daraus ergeben sich drei Varianten.

Drei Hausschnitte nebeneinander. Variante A: ein Roboter, die Station im Erdgeschoss, der Roboter wird für das Obergeschoss hinauf- und wieder hinuntergetragen. Variante B: unten die Station, oben eine einfache Ladestation, getragen wird nur beim Etagenwechsel. Variante C: auf jeder Etage ein eigener Roboter mit Station. Darunter eine Matrix: Etagenerkennung in allen Varianten ja; Laden oben nur in B und C; Absaugen und Pad-Wäsche oben nur in C je nach Station; Zeitplan auf beiden Etagen in A nein, in B teilweise, in C ja; Mehrkosten keine, eine Ladestation oder ein zweites Gerät.

Mehr Komfort kostet mehr Geld: Mit jeder Stufe sinkt der Trageaufwand, und mehr Funktionen stehen auf der zweiten Etage bereit.

Variante A: Tragen. Ein Roboter, eine Station. Für die zweite Etage trägst du das Gerät hinauf, startest die Reinigung und holst es danach wieder herunter. Das kostet nichts extra und reicht, wenn die zweite Etage klein ist oder nur einmal pro Woche dran ist. Der Nachteil: Der Zeitplan funktioniert nur auf der Etage mit Station, und oben arbeitet der Roboter mit dem, was Akku, Staubbehälter und Bordtank hergeben.

Variante B: zweite Ladestation. Unten steht die Station, oben eine einfache Ladestation. Der Roboter kann dann mehrere Tage auf einer Etage bleiben, dort laden und per Zeitplan fahren. Getragen wird nur beim Wechsel. Einige Hersteller, darunter Roborock, bieten solche Ladestationen einzeln an. Absaugen und Pad-Wäsche gibt es oben weiterhin nicht, den Staubbehälter leerst du von Hand.

Variante C: zweiter Roboter. Jede Etage bekommt ein eigenes Gerät mit eigener Station. Das ist die bequemste und teuerste Lösung. Oft genügt oben ein einfacheres Modell, wenn dort Schlafzimmer mit Teppich und wenig Hartboden liegen. Ein Laser-Roboter mit Absaugstation aus der Einstiegsklasse wie der eufy C10 speichert selbst bereits drei Etagen.

Was auf der Etage ohne Station fehlt

Moderne Roboter mit Komfortstation nehmen dir viel Arbeit ab, aber nur dort, wo die Station steht. Auf der anderen Etage arbeitet der Roboter wie ein Gerät ohne Station:

Funktionauf der Etage ohne StationFolge
Ladennicht möglichdie Etage muss mit einer Akkuladung zu schaffen sein
Absaugennicht möglichStaubbehälter im Roboter fasst meist nur einen Bruchteil des Stationsbeutels, von Hand leeren
Pad-Wäschenicht möglichdas Pad verschmutzt über die ganze Fläche
Wasser nachfüllennicht möglichder Bordtank ist bei Stationsmodellen klein, das Wischen endet früh
Pad trocknennicht möglichnasse Pads nach der Fahrt abnehmen und trocknen lassen
Zeitplannur mit Roboter vor OrtStart meist von Hand

Daraus folgt eine praktische Regel: Auf der Etage ohne Station saugst du und wischst höchstens kleine Flächen. Das Wischen läuft auf der Stationsetage, wo der Roboter Pads waschen und Wasser nachfüllen kann.

Wo die Station hingehört

Die Station steht am besten auf der Etage, die am meisten Arbeit macht. Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:

  • Wo ist mehr Fläche? Die Station lädt den Akku zwischendurch, große Flächen schafft der Roboter nur dort in einem Durchgang.
  • Wo liegt mehr Hartboden zum Wischen? Küche, Flur und Essbereich mit Fliesen profitieren am meisten von Pad-Wäsche und Frischwasser.
  • Wo fällt mehr Schmutz an? Eingangsbereich, Küche und die Etage, auf der Haustiere den Tag verbringen, füllen den Staubbehälter am schnellsten.

In den meisten Einfamilienhäusern beantwortet das Erdgeschoss alle drei Fragen. Im Obergeschoss liegen Schlafzimmer und Bad mit weniger Laufverkehr, dort reicht ein Saugdurchgang ein- bis zweimal pro Woche.

Den Roboter richtig tragen

Saugroboter wiegen meist zwischen drei und knapp fünf Kilogramm. Das ist leicht genug für die Treppe, aber schwer genug, um ihn bei einem Ausrutscher fallen zu lassen. Die Gewichte aus unseren Rezensionen:

ModellGewicht Roboter
Medion X41 SW3,24 kg
Narwal Freo X10 Pro3,7 kg
MOVA P50 Pro Ultra4,0 kg
iRobot Roomba Plus 505 Combo4,3 kg
eufy X10 Pro Omni4,56 kg
Roborock Qrevo Curv 2 Pro4,6 kg

Herstellerangaben, ohne Station.

Beim Tragen lohnen drei Handgriffe:

  • Mit beiden Händen am Gehäuse halten. Laserturm und Stoßfänger sind beweglich gelagert und geben unter Last nach, als Griff taugen sie darum wenig.
  • Waagerecht tragen. Gekippt tropft Restwasser aus Tank oder Pad auf die Stufen.
  • Vor dem Tragen ausschalten oder pausieren. Manche Geräte melden sonst einen Fehler, weil die Räder in der Luft hängen.

Die Treppe auf der oberen Etage absichern

Auf der oberen Etage liegt die Treppe als Absturzkante im Fahrbereich. Jeder Saugroboter hat dafür Absturzsensoren an der Unterseite, die eine Kante melden, bevor die Räder sie erreichen. Eine zweite Sicherung kostet nichts: Leg nach der Kartierung eine Sperrzone an die Treppenkante, und zwar auf der Karte der oberen Etage. Auch Galerien und offene Podeste gehören hinein.

Wie die Sensoren arbeiten, wann sie versagen und wie du sie sauber hältst, erklärt der Ratgeber Können Saugroboter Treppen erkennen.

Akku und Fläche planen

Auf der Etage ohne Station muss die Reinigung mit einer Ladung auskommen. Wie weit eine Ladung reicht, hängt von Saugstufe, Bodenart und Wischfunktion ab. Hohe Saugstufen auf Teppich verbrauchen ein Vielfaches dessen, was die Normalstufe auf Hartboden braucht.

Drei Stellschrauben helfen, wenn der Akku oben knapp wird:

  1. Saugstufe senken. Für Schlafzimmer mit wenig Laufverkehr reicht meist die Normalstufe.
  2. Wischen weglassen. Ohne Pad-Wäsche verteilt das Pad nach einiger Zeit eher Schmutz, als ihn aufzunehmen.
  3. Mit vollem Akku hinauftragen. Der Roboter lädt an der Station nach der Fahrt auf der unteren Etage meist mehrere Stunden. Wer gleich nach der Rückkehr umsetzt, startet oben mit halbem Akku.

Reicht eine Ladung trotzdem nicht, ist das ein klares Argument für Variante B mit einer Ladestation oben.

Worauf es bei der Ausstattung ankommt

Wer einen Saugroboter für ein Haus über zwei Etagen auswählt, achtet auf andere Punkte als in einer Wohnung auf einer Ebene:

  • Kartenspeicher: mindestens so viele Karten wie Etagen, besser eine Reserve für Keller oder Dachgeschoss.
  • Automatische Etagenerkennung: Der Roboter lädt die richtige Karte selbst, du musst vor dem Start nichts auswählen.
  • Gewicht und Griffigkeit: Ein leichteres Gerät trägt sich angenehmer, wenn der Etagenwechsel mehrmals pro Woche ansteht.
  • Staubbehälter im Roboter: Auf der Etage ohne Station bestimmt er, wie viel Fläche der Roboter vor dem Leeren schafft.
  • Separate Ladestation: Prüfen, ob der Hersteller eine einfache Ladestation einzeln anbietet, falls später Variante B gewünscht ist.

Fazit

Ein Saugroboter kommt mit zwei Etagen gut zurecht, die Technik dafür steckt in jedem aktuellen Laser-Modell. Er speichert je Etage eine eigene Karte, erkennt beim Start, wo er steht, und reinigt dort mit den passenden Räumen und Sperrzonen. Was er nicht kann, ist der Weg über die Treppe.

Die Entscheidung liegt deshalb bei der Station. Stell sie auf die Etage mit mehr Fläche und mehr Hartboden, trag den Roboter für die andere Etage hinauf und lass ihn dort vor allem saugen. Wird das Tragen lästig oder reicht der Akku oben nicht, löst eine einfache Ladestation das Problem, und wer beide Etagen per Zeitplan reinigen will, stellt oben ein zweites, einfacheres Gerät auf.

Häufige Fragen

Kann ein Saugroboter zwei Etagen reinigen?

Ja, aber nicht von allein. Saugroboter können keine Treppen steigen, du trägst ihn auf die andere Etage. Aktuelle Laser-Modelle speichern dafür mehrere Karten, meist drei bis fünf, und erkennen beim Start, auf welcher Etage sie stehen. Danach reinigen sie dort mit den gespeicherten Räumen und Sperrzonen.

Muss ich die Ladestation mit in die andere Etage nehmen?

Nein. Roborock beschreibt im Support, dass der Roboter für die weiteren Karten allein in die andere Etage getragen wird. Er kehrt nach der Fahrt an den Punkt zurück, an dem er gestartet ist, und speichert die Karte. Nur die erste Karte entsteht mit Start und Rückkehr an der Station. Laden, Absaugen und Pad-Wäsche gibt es dann allerdings nur auf der Etage mit Station.

Wie viele Etagen kann ein Saugroboter speichern?

Das hängt vom Modell ab. In unseren Rezensionen reicht die Spanne von drei Karten (Roborock Qrevo Curv 2 Pro, eufy C10) über vier (iRobot Roomba Plus 405 Combo, Roborock Qrevo Curv 2 Flow, MOVA P50 Pro Ultra) bis fünf (eufy X10 Pro Omni, iRobot Roomba Plus 505 Combo). Für ein Haus mit Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss reichen drei Karten.

Lohnt sich ein zweiter Saugroboter für die zweite Etage?

Wenn beide Etagen regelmäßig per Zeitplan gereinigt werden sollen, ja. Das Tragen fällt dann komplett weg, und jede Etage hat ihre eigene Station. Oft reicht oben ein einfacheres Modell, etwa ein reiner Saugroboter mit Absaugstation, wenn die Schlafräume wenig Hartboden zum Wischen haben.

Was passiert, wenn dem Saugroboter oben der Akku ausgeht?

Ohne Ladestation auf der Etage bleibt er stehen, sobald der Akku leer ist, und muss zum Laden hinuntergetragen werden. Die meisten Roboter brechen die Reinigung schon vorher mit einer Warnung ab. Plane die obere Etage deshalb so, dass sie mit einer Ladung zu schaffen ist, oder stelle oben eine einfache Ladestation auf.

Funktioniert der Zeitplan auf der zweiten Etage?

Nur dort, wo der Roboter gerade steht. Ein Zeitplan startet das Gerät, tragen kann er es nicht. Wer den Roboter ohne Station nach oben bringt, startet die Reinigung dort meist von Hand. Mit einer zweiten Ladestation oben kann der Roboter tagelang auf dieser Etage bleiben und per Zeitplan fahren, bis du ihn wieder umsetzt.

Kann ich den Saugroboter mit vollem Wassertank tragen?

Es geht, wenn du ihn waagerecht hältst. Gekippt kann Wasser aus dem Tank oder dem nassen Pad auf Treppe und Boden tropfen. Bei Geräten mit Station sind die Bordtanks klein, weil die Station sie während der Fahrt nachfüllt. Für die Etage ohne Station ist es deshalb oft sinnvoller, dort nur zu saugen.

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