Saugroboter Karte erstellen: So gelingt die erste Kartierung

Saugroboter Karte erstellen: Schnellkartierung oder erste Reinigung, so bereitest du die Wohnung vor, die App-Wege der Hersteller und typische Fehler.

Saugroboter Veröffentlicht am 9 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Welche Saugroboter eine Karte erstellen
  2. Schnellkartierung oder Kartierung bei der ersten Reinigung
  3. So bereitest du die Wohnung vor
  4. Schritt für Schritt: die erste Karte anlegen
  5. Nach der Kartierung: Räume, Namen, Sperrzonen
  6. So heißt die Funktion je Hersteller
  7. Wann sich eine neue Karte lohnt
  8. Wenn die Karte unvollständig oder falsch ist
  9. Fazit
  10. Häufige Fragen

Die Karte ist das Fundament fast aller Komfortfunktionen eines Saugroboters: Raumreinigung, Sperrzonen, Reinigungspläne je Zimmer. Angelegt ist sie in einer Viertelstunde, wenn die Wohnung vorbereitet ist und der Roboter seine Fahrt ungestört beenden darf. Hier steht der Ablauf, der bei allen Herstellern gleich funktioniert, dazu die Wege in den Apps und die Fehler, die eine Karte unvollständig machen.

Welche Saugroboter eine Karte erstellen

Eine Karte, die du in der App siehst und bearbeitest, legen nur Roboter mit echter Navigation an. Zwei Techniken sind verbreitet:

  • Laser (LiDAR): Ein drehender Sensor im Turm auf dem Gehäuse misst ringsum die Abstände zu Wänden und Möbeln. Daraus entsteht in einer einzigen Fahrt ein maßstabsgetreuer Grundriss. Licht braucht er dafür keines.
  • Kamera (vSLAM): Eine nach oben oder schräg nach vorn gerichtete Kamera erkennt markante Punkte im Raum und berechnet daraus die Position. Das funktioniert gut, braucht aber Licht. Shark empfiehlt, bei abendlichen Fahrten das Licht einzuschalten.

Einfache Roboter mit Gyroskop oder Zufallsnavigation fahren nach Mustern und zeigen keine Karte an. Räume, Sperrzonen und Raumreinigung gibt es bei ihnen deshalb nicht. Wie sich Laser und Kamera im Alltag unterscheiden, vergleicht der Ratgeber Saugroboter mit Kamera oder Laser.

Schnellkartierung oder Kartierung bei der ersten Reinigung

Fast alle aktuellen Apps bieten zwei Wege an. Beide enden bei derselben Karte, sie unterscheiden sich in Zeit, Akku und Zweck.

SchnellkartierungKartierung beim Reinigen
Was der Roboter tutfährt die Räume ab, ohne zu saugenreinigt die ganze Wohnung und kartiert nebenbei
Dauerlaut Xiaomi 5 bis 15 Minutenso lange wie eine komplette Reinigung
Wischaufsatzbei yeedi ausdrücklich ohne Wischpadje nach Modus mit oder ohne
Gut fürdie erste Karte, neue Etagen, eine Karte nach dem Umzugwenn die Wohnung ohnehin gereinigt werden soll
Bezeichnung in den AppsSchnellkartierung, Quick Mapping, Fast Maperste Reinigung, Gesamtreinigung

Die Schnellkartierung ist für die erste Karte der bessere Weg. Du siehst nach wenigen Minuten, ob alle Räume erfasst sind, und kannst die Raumaufteilung korrigieren, bevor der Roboter zum ersten Mal mit Wasser losfährt. Bei Modellen mit Wischfunktion verhinderst du so außerdem, dass er bei der ersten Fahrt über einen Teppich wischt, den er noch nicht kennt.

Eine Einschränkung beschreibt Xiaomi für den Robot Vacuum 5 Pro: Bei der Kartierung fährt er nicht in niedrige Bereiche wie unter Betten und Sofas. Diese Flächen kommen erst nach der ersten vollständigen Reinigung in die Karte. Das ist normal und kein Grund, neu zu kartieren.

So bereitest du die Wohnung vor

Die Karte zeigt nur, was der Roboter bei seiner Fahrt erreicht und sauber vermisst. Zehn Minuten Vorbereitung entscheiden darüber, ob du später Räume nachbessern musst.

Schematischer Grundriss einer Wohnung mit Ladestation im Flur und gestrichelter Erkundungsfahrt durch Flur, Wohnzimmer und Küche. Das Schlafzimmer fehlt in der Karte, weil die Tür halb offen steht, vor einem bodentiefen Fenster entsteht eine Phantomfläche. Acht Marker: Station mit 0,5 Meter Abstand seitlich und 1,5 Meter nach vorn, Türen ganz öffnen, Kabel räumen, Vorhang schließen, Abstand von Menschen und Tieren, niedrige Möbel fehlen zunächst, Fransenteppich und Treppe danach als Sperrzone.

Eine halb offene Tür kostet einen ganzen Raum, ein bodentiefes Fenster erzeugt eine Fläche, die es nicht gibt.

Station richtig aufstellen. Sie steht flach an einer Wand, nicht in direkter Sonne. Lubluelu nennt in seiner Anleitung mindestens 0,5 Meter Platz links und rechts und 1,5 Meter nach vorn, die Anleitung deines Modells hat die genauen Werte. Die Station ist der Bezugspunkt der Karte. Wird sie später versetzt, findet sich der Roboter schlechter zurecht.

Türen ganz öffnen. Eine halb offene Tür oder ein Gegenstand auf der Schwelle lässt den Durchgang für den Laser unpassierbar aussehen. Dreame nennt das als häufigste Ursache für fehlende Räume. Räume, die der Roboter nie reinigen soll, schließt du dagegen bewusst.

Boden räumen. Kabel, Socken, Spielzeug und Schuhe kosten den Roboter Zeit und im ungünstigen Fall die Fahrt, wenn er sich festfährt. eufy und Xiaomi nennen das Aufräumen als ersten Schritt vor der Kartierung.

Bodentiefe Fenster abdecken. Bei bodentiefen Fenstern misst der Laser durch das Glas hindurch und trägt Flächen draußen in die Karte ein. Dreame empfiehlt, die Vorhänge für die Kartierung zu schließen.

Akku voll. Eine Schnellkartierung braucht wenig Strom, eine Kartierung mit Reinigung dagegen viel. Bricht der Akku ab, fehlt das Ende der Fahrt, und genau das braucht der Roboter zum Speichern.

Schritt für Schritt: die erste Karte anlegen

Die Menüs heißen je App etwas anders, der Ablauf ist überall gleich:

  1. Roboter mit der App verbinden. Meist über das 2,4-GHz-WLAN, Bluetooth und Standortfreigabe am Handy. Hakt es hier, hilft der Ratgeber zum Saugroboter, der sich nicht mit dem WLAN verbindet.
  2. Roboter auf die Station setzen und warten, bis er lädt. Dreame, eufy und Xiaomi verlangen den Start von der Station.
  3. Kartierung starten. Viele Apps schlagen direkt nach der Einrichtung die Schnellkartierung vor. Ohne Vorschlag findest du sie in der Kartenverwaltung oder du startest eine normale Reinigung.
  4. Den Roboter in Ruhe lassen. Nicht hinterherlaufen, nicht anheben, die Station nicht verschieben. Xiaomi schreibt ausdrücklich, dass Nähe zum Gerät die Genauigkeit der Karte verschlechtert.
  5. Rückkehr abwarten. Der Roboter fährt selbst zur Station. Dreame bestätigt das Ende per Sprachansage, die yeedi-App per Meldung.
  6. Karte prüfen. Sind alle Räume da, stimmen die Trennlinien zwischen den Zimmern, gibt es Flächen außerhalb der Wohnung?
  7. Karte bearbeiten. Räume benennen, falsch geschnittene Räume teilen oder zusammenführen, Sperrzonen setzen.

Endet die Fahrt nicht regulär, weil du den Roboter zurückträgst oder die Aufgabe abbrichst, speichert Dreame die Karte nicht. Xiaomi legt in diesem Fall eine temporäre Karte an, die keine Raumaufteilung hat. Raumreinigung und Umbenennen gehen damit nicht. Die Lösung ist in beiden Fällen dieselbe: Fahrt neu starten und bis zum Ende laufen lassen.

Nach der Kartierung: Räume, Namen, Sperrzonen

Die automatische Raumaufteilung schneidet die Wohnung nicht immer so, wie du sie nutzt. Dreame beschreibt ausdrücklich den Fall, dass Räume unnötig getrennt werden, bei offenen Grundrissen kann es auch umgekehrt laufen. Das korrigierst du in der Kartenbearbeitung:

  • Teilen: Eine Linie quer durch den Raum ziehen. Dreame weist darauf hin, dass sie von Wand zu Wand reichen muss, sonst wird die Teilung nicht übernommen.
  • Zusammenführen: Zwei benachbarte Räume markieren und verbinden.
  • Benennen: Wichtig für Sprachbefehle und Reinigungspläne. Bei Dreame darf das nur das Hauptkonto, geteilte Nutzer nicht.

Danach kommen die Sperrzonen. Sinnvoll sind sie an Treppenkanten als zweite Sicherung neben den Absturzsensoren (Hintergründe im Ratgeber Können Saugroboter Treppen erkennen?), um Fransenteppiche, Kabelecken hinter dem Fernseher und Futternäpfe. Bei Wischrobotern ohne Mopp-Anhebung kommen Teppiche als Wisch-Sperrzone dazu. Weicht der Roboter Teppichen aus, obwohl er sie befahren soll, liegt das meist an den Absturzsensoren und dunklen Böden, siehe Saugroboter fährt nicht auf Teppich.

Sperrzonen hängen an der Karte. Wird die Karte gelöscht oder neu erstellt, sind sie weg. Lubluelu warnt zudem, dass eine Karte ungültig werden kann, wenn der Roboter umgesetzt wird oder sich die Wohnung stark verändert, und die Sperrzonen dann verloren gehen.

So heißt die Funktion je Hersteller

Die Bezeichnungen unterscheiden sich, das Prinzip bleibt. Für die vier Marken mit eigener Anleitung findest du in der rechten Spalte den Link.

MarkeAppSo entsteht die erste KarteAnleitung
DreameDreamehome, ältere Modelle auch Xiaomi HomeSchnellkartierung oder erste Reinigung von der StationDreame
XiaomiXiaomi HomeSchnellkartierung nach der Einrichtung, 5 bis 15 MinutenXiaomi
Medionmedion Life+, ältere Modelle Cronos oder MEDION RoboterErkundungsfahrt im Modus AUTO über STARTMedion
LublueluSmart Lifeerste Reinigung, beim B40 SchnellkartierungLubluelu
eufyeufy CleanStart im Hauptbildschirm, solange noch keine Karte existiert
SharkSharkCleanErkundungslauf, Voraussetzung für Karte, Sperrzonen und Zeitpläne
MovaMOVAhomeweitere Karten über Kartenbearbeitung, Mehretagen-Kartenverwaltung, neue Karte
yeediyeediRobotersteuerung, Schnellkartierung, nur mit Saugmodul ohne Wischpad
ImouImou LifeSchnellkartierung, etwa beim RV-L11-A

Bei kleineren Marken wie Lefant, Tikom oder Monsga nennt die Kurzanleitung die passende App. Läuft der Roboter über Smart Life oder Tuya Smart, gilt derselbe Ablauf wie bei Lubluelu: Station, erste Reinigung, Rückkehr abwarten. Shark weist zudem darauf hin, dass mehrere Durchläufe nötig sein können, bis die interaktive Karte vollständig ist.

Wann sich eine neue Karte lohnt

Eine einmal erstellte Karte pflegt der Roboter selbst. Dreame beschreibt, dass er die Umgebung bei jeder Reinigung neu scannt und die Karte optimiert, sobald ein Hindernis verschwunden ist. Auch eine unvollständige erste Karte füllt sich so meist nach ein, zwei Reinigungen auf.

Eine komplett neue Karte ist in vier Fällen der richtige Schritt:

  • Umzug oder neue Etage: Die alte Karte passt nicht mehr. Für eine zusätzliche Etage legst du eine weitere Karte an, die erste bleibt dabei erhalten.
  • Umbau: Neue Wände, versetzte Türen oder ein Durchbruch verändern den Grundriss.
  • Verzogene Karte: Räume liegen übereinander, Wände stehen doppelt. Dreame nennt als Ursache, dass der Roboter angehoben und woanders abgesetzt wurde oder durchgerutscht ist.
  • Station versetzt: Steht sie dauerhaft an einem anderen Ort, orientiert sich der Roboter neu. Klappt das nicht, ist eine frische Karte schneller als jede Fehlersuche.

Der Weg ist fast überall gleich: in der Kartenverwaltung die alte Karte löschen oder zurücksetzen und eine neue Kartierung starten. Bei Robotern mit mehreren Kartenplätzen geht auch der umgekehrte Weg: alte Karte speichern, neue anlegen und später zwischen beiden wählen.

Wenn die Karte unvollständig oder falsch ist

Die meisten Kartenfehler gehen auf wenige Ursachen zurück:

Bild in der AppWahrscheinliche UrsacheWas hilft
Ein Raum fehltTür halb offen, Gegenstand auf der SchwelleTür ganz öffnen, Gesamtreinigung fahren
Fläche außerhalb der Wohnungbodentiefes FensterVorhang schließen, Fläche als Sperrzone oder neu kartieren
Karte fehlt nach der FahrtFahrt abgebrochen, Roboter zurückgetragenneu starten, Rückkehr abwarten
Räume liegen übereinanderRoboter angehoben oder durchgerutschtKarte löschen und neu erstellen
Bereiche unter Sofa und Bett fehlenniedrige Bereiche werden beim Kartieren ausgelassenerste Reinigung abwarten
Lücken mitten im RaumMenschen oder Tiere standen im WegFahrt ohne Begleitung wiederholen

Bei Kamera-Robotern kommt ein siebter Punkt dazu: zu wenig Licht. Startet die Kartierung am Abend, hilft es, die Deckenbeleuchtung einzuschalten.

Fazit

Eine gute Karte entsteht in einer Fahrt, wenn du drei Dinge beachtest: Türen ganz öffnen, den Roboter an der Station starten und ihn bis zur Rückkehr in Ruhe lassen. Die Schnellkartierung ist dafür der schnellste Weg, weil du nach wenigen Minuten siehst, ob alles stimmt. Danach lohnt eine Viertelstunde in der Kartenbearbeitung: Räume sauber teilen, benennen und Sperrzonen setzen. Dann arbeiten Raumreinigung und Reinigungspläne so, wie sie sollen. Die genauen Menüwege für Dreame, Xiaomi, Medion und Lubluelu stehen in den eigenen Anleitungen.

Häufige Fragen

Wie lange braucht ein Saugroboter, um eine Karte zu erstellen?

Mit der Schnellkartierung geht es am schnellsten: Xiaomi nennt für seine Modelle 5 bis 15 Minuten, in denen der Roboter die Wohnung nur abfährt. Entsteht die Karte bei der ersten Reinigung, dauert es so lange wie die Reinigung selbst, je nach Wohnungsgröße also ein Vielfaches. Bei manchen Modellen reicht ein Durchgang nicht: Shark weist darauf hin, dass mehrere Reinigungsläufe nötig sein können, bis die interaktive Karte steht.

Muss der Saugroboter beim Kartieren saugen?

Das hängt vom Weg ab, den du wählst. Bei der Schnellkartierung fährt der Roboter die Räume nur ab und saugt dabei nicht, das spart Akku und Zeit. Startest du gleich eine Reinigung, legt er die Karte nebenbei an. Beide Wege führen zur selben Karte, solange der Roboter an der Station startet und selbstständig dorthin zurückkehrt.

Warum speichert mein Saugroboter die Karte nicht?

Fast immer endete die Fahrt nicht regulär. Dreame erklärt, dass die Karte nur gespeichert wird, wenn der Roboter an der Station startet, ohne Unterbrechung fertig wird und selbst zurückfährt. Wer ihn vorher zur Station trägt oder die Aufgabe abbricht, bekommt keine Karte. Xiaomi legt in diesem Fall nur eine temporäre Karte ohne Raumaufteilung an, mit der Raumreinigung und Umbenennen nicht funktionieren.

Kann ich die Karte ohne App erstellen?

Viele Roboter legen die Karte auch an, wenn du die Reinigung per Taste an der Station startest, Xiaomi beschreibt das ausdrücklich. Sehen, aufteilen und mit Sperrzonen versehen kannst du sie aber nur in der App. Roboter mit Gyroskop- oder Zufallsnavigation legen gar keine Karte an, die sich anzeigen ließe.

Wie oft muss ich die Karte neu erstellen?

Im Normalfall nie. Laut Dreame scannt der Roboter die Umgebung bei jeder Reinigung erneut und ergänzt die Karte, etwa wenn ein Möbelstück verschwunden ist. Eine neue Karte lohnt sich nach einem Umzug, nach einem Umbau mit neuen Wänden oder Türen und wenn die vorhandene Karte verzogen ist oder Räume doppelt zeigt.

Was mache ich, wenn ein Raum in der Karte fehlt?

Meist war die Tür nicht ganz offen oder etwas lag auf der Schwelle, sodass der Laser den Durchgang für unpassierbar hielt. Öffne die Tür vollständig und lass den Roboter eine komplette Reinigung fahren, die Karte wird dabei ergänzt. Fehlt der Raum danach immer noch, ist eine neue Kartierung der schnellere Weg.

Kartiert ein Saugroboter mit Kamera genauso wie einer mit Laser?

Der Ablauf in der App ist gleich, die Technik dahinter unterscheidet sich. Kamera-Roboter orientieren sich an markanten Punkten im Raum und brauchen dafür Licht. Shark rät, bei Fahrten am Abend das Licht einzuschalten, yeedi nennt ausreichendes Licht als Voraussetzung für die Schnellkartierung. Laser-Roboter vermessen den Raum selbst und arbeiten auch im Dunkeln.

Brauche ich für jede Etage eine eigene Karte?

Ja, jede Etage bekommt eine eigene Karte. Die meisten aktuellen Laser-Roboter speichern mehrere davon, der Xiaomi Robot Vacuum 5 Pro etwa vier dauerhafte Karten. Du trägst den Roboter auf die andere Etage, legst dort eine neue Karte an und wählst sie später in der Kartenliste aus. Einige Modelle erkennen die Etage auch selbst.

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